Geschichte

So gehen Sie dem Ursprung auf den Grund

Sommerresidenz, Taverne, Kurort, Töchterinstitut – in seiner bewegten Geschichte stand der Bocken stets für dieselben Werte: Gastfreundschaft, Wohlbefinden und Bildung.

Dokumentiert ist der Landsitz seit dem 13. Jahrhundert. 1804 waren Areal und Gasthaus Hauptschauplatz des Bockenkriegs. Während dem 20. Jahrhundert entwickelte sich das Landhaus vom beliebten Ausflugsziel zum landwirtschaftlichen Musterbetrieb und schliesslich zur blühenden Kulturstätte, wo sich Musiker und Schriftsteller trafen.

Im Jahr 1977 ging das herrschaftliche Gut in den Besitz des Kantons Zürich über, der es der Schweizerischen Kreditanstalt (heute Credit Suisse) zur Nutzung überliess. 1993 kaufte die Credit Suisse das Anwesen und eröffnete ein Jahr später das Seminarhotel Bocken.

Chronologie Landhaus

Historische Gemäuer

Hans Erhard Escher in seiner Monografie des Zürichsees (1692) über den Gewölberkeller im Landhaus: «Einen herrlichen Pallast ganz von Steinen erbaut, darinnen ein gewölbter sehr tieff im Felsen gehauener Keller, welcher mit schönen grossen Fassen beleget ist»

Aller Anfang

Andreas Meier (1635-1711), späterer Bürgermeister von Zürich, kauft das Gehöfte auf Bocken und erstellt nach 1675 das Landhaus.

Kur- und Badeort

1769 erwirbt Johannes Stocker das Gut. Er errichtet die Molkenkuranstalt «zum Bären» und propagiert die heilende Wirkung der Quelle für Gliederkrankheiten aller Art.

Die Ernüchterung

Sommer 1775: Der Kurort Bocken floriert. Bis Ende des 19. Jahrhunderts eine Untersuchung feststellt, dass das «Wunder wirkende Wasser» nur gewöhnliches Quellwasser ist.

Gasthaus Bocken

Neben seinen Kuren richtet Johannes Stocker auch eine Schenke ein. Das Wirtshausschild mit dem Bären hängt seit 1806 bis heute.

Der Bockenkrieg 1804 zum Ersten

Neue Gesetze werden eingeführt – die Zürcher Landbevölkerung ist unzufrieden. Am 24.3.1804 beginnt mit einem Brandanschlag auf das Schloss Wädenswil der spontane Aufstand.

Der Bockenkrieg 1804 zum Zweiten

Rund 600 Landbürger ziehen nach Zürich ins Gefecht und siegen schliesslich am 28.3.1804 auf dem Bocken über die Regierungstruppen.

Der Aufrührer

Schuster Johann Jakob Willi führt die Aufständischen an. Er wird auf dem Bocken verletzt gefangen genommen und in Zürich hingerichtet.

Der Gegner

Oberst Jakob Christoph Ziegler kommandiert 1000 Mann und drei stadteigene Kriegsschiffe gegen die Rebellen.

Evangelisches Töchterinstitut

Nach mehreren Besitzerwechseln wird 1897 das «Evangelische Töchterinstitut auf Bocken am Zürichsee» gegründet.

Kurzes Intermezzo

1904 – nach nur sechs Jahren – zieht das Institut an einen anderen Ort. Die Gründe: Besorgte Mitbürger sehen im benachbarten Wirtshaus eine «Gefahrenquelle» für die Töchter. Zudem herrscht Platznot.

Familienbesitz

Seidenfabrikant Alfred Schwarzenbach-Wille kauft im Jahr 1911 das Landhaus und die Höfe. Sein grosser Umbau prägt bis heute das Aussehen des Gebäudes.

Kulturstätte

Unter der Familie Schwarzenbach-Wille wird Bocken nicht nur zu einem landwirtschaftlichen Mustergut, sondern auch zum Treffpunkt der europäischen Kultur.

Treffpunkt

Richard Strauss, Gerhard Hauptmann, Wilhelm Backhaus: Im Gästebuch der Schwarzenbachs sind viele bekannte Namen aus Musik, Literatur und Kunst vertreten.

Eröffnung

Im April 1994 wurde das Credit Suisse Communication Center eröffnet. Das Seminargebäude mit dem integrierten Hoteltrakt mit 40 Zimmern wurde neu gebaut und im historischen Landhaus wurden Sitzungszimmer für die Geschäftsleitung eingerichtet. Der Umbau des Reitgebäudes zur Eventlocation und Restaurant erfolgte 2003/2004.

Julibäum

Im August 2019 wurde grosses 25jähriges Jubiläum gefeiert mit Unterhaltungsprogramm und vielen Attraktionen in und um den Bocken.